Bäume haben etwas Wesentliches gelernt:
nur wer einen festen Stand hat und trotzdem beweglich ist, überlebt die starken Stürme!

© Anke Maggauer-Kirsche

Das haben wir wirklich oft gesehen in diesem Jahr und hat uns auch selbst mehr als einmal geholfen!
Und darüber hinaus? Was sind meine wichtigsten, teilweise sehr persönlichen Erkenntnisse?

Das sehr ungewöhnliche Jahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Es wird sicher im Gedächtnis bleiben. So wie der Mauerfall, oder das Attentat am 11.9 in New York. Ich weiß jedenfalls genau, wie ich vom ersten Lockdown erfahren habe und was dann in den nächsten Wochen über uns alle hereinbrach. Hier geht es aber vor allem über das, was ich und wir in diesen Wochen und Monaten gelernt haben:

1.

Planungen noch schneller realistisch anpassen und die neue Realität akzeptieren.

Bis Anfang März waren wir und unsere Kunden klar auf Kurs. Wie jedes Jahr seit Gründung wollten auch wir wieder mit unseren Kunden stark wachsen. Hätte, hätte … Fahrradkette…
Ende Mai sah es ganz anders aus. Einige Bereiche liefen super, andere waren bekanntlich auf Null zurückgefahren (Seminare / Messen / Kundentermine)
Aus heutiger Sicht hätten wir noch schneller navigieren sollen und noch härter in neue Felder gehen sollen. Das haben wir dann gut geschafft und im Vergleich zu anderen wohl sogar schnell. Und wir haben es auch bei Kunden gesehen. Je schneller du die neue Realität akzeptierst, umso besser! Für den Kopf und erst dann sucht man wirklich nach Alternativen. Und man merkt, dass es weitergeht. Auch nicht zu unterschätzen für die Inhaber und auch das Team.

2.

„Mein“ flexibles Team ist großartig!
Kurz vor dem ersten Lockdown ging Daniela Reis völlig verdient in den Urlaub. Und mit der Regel „bei Sturm alle an Deck“ hat Sie Ihren Urlaub abgebrochen und war sofort zurück. Das ist großartig und absolut keine Selbstverständlichkeit. So konnten wir schon zwei Tage nach dem Lockdown unser kostenloses „Corona-Portal“ mit über 120 Downloads von Vorlagen / Posts- und Konzeptideen starten. Auch alle anderen waren und sind flexibel, mit Rat und Tat an Bord und tun weit mehr wie zu erwarten war. Es ist ja nicht nur die Arbeit, es geht auch um den Kopf. Wir waren und sind füreinander da. Und das ist Stark, auch zum Kunden, aber auch für alle im Team. DANKE für diese Erfahrung. Wir haben es aber auch oft bei den Kunden erlebt. Eine Krise schweißt zusammen und setzt neue Kräfte frei. Aus meiner Sicht auch die Chance, viel enger zusammen zu rücken und endlich mal ohne Scheuklappen die Bedürfnisse von Arbeitgeber & Arbeitnehmer neu abzustimmen. Flexibel ist doch ein Kernwert kleinerer Unternehmen. Lasst uns das nutzen. Es ist auch nicht „Mein“ Team – Es ist vor allem „Ein“ Team.

3.

Social Media & Web ist ein MUSS, wenn der Kunde nicht kommen darf.
Es gibt kaum einen klareren Trend wie diesen. Betriebe ohne Instagram / Facebook verlieren, und zwar dramatisch! Sie finden keine neuen Kunden und stehen nicht im Kontakt zu den bestehenden Kunden. Wir predigen es seit 2015 – Jetzt haben wir (leider) Recht behalten. Über das Maß und die Kombination kann man streiten. Aber nicht mehr um „ob, oder ob nicht“.

4.

Blumen und Pflanzen sind MEGA-IN, gilt sogar für mich!
Das ist vielleicht die beste Erkenntnis. Vielleicht mussten „wir“ die Kunden etwas zum Glück zwingen. Aber es gibt so viele, die den Garten, den Balkon und die Fensterbank neu entdeckt haben und lieben! Es ist fantastisch, wie wertvoll das Interesse an unseren Produkten gestiegen ist. Jetzt gilt es, dran bleiben! Kunden müssen vom Einkauf UND dem Ergebnis begeistert sein. Dann können wir einen Meilenstein für die nächsten Jahre schaffen

5.

Digital ist unausweichlich!
Auf einmal sitzt du den ganzen Tag in Zoom-Meetings. Wir hatten ja schon Anfang 2019 das Büro komplett digitalisiert. Ein Glücksfall. Wir konnten also wirklich nahtlos weiter arbeiten und waren die Tools und den Umgang schon gewohnt.Klar, Home-Office ist in Gärtnerei und Endverkauf nicht so möglich. Nur teilweise, denn viele Arbeiten sind auch da am PC möglich und könnten von Zuhause aus erfolgen. Home-Office ist schon jetzt ein großes Argument bei der Entscheidung für den Arbeitgeber. Das wird noch dramatisch zunehmen. Wer hier, zumindest Teillösungen anbieten kann, ist vorne!

6.

Teilweise war ich nur Nebendarsteller in einem schlechten Film.
Wenn du Seminare und Vorträge gibst, kannst du dich auf den Kopf stellen! Der Markt ist tot. Auch wenn du Hochzeiten und Firmenevents abhängig bist, kannst du kurzfristig nichts machen! Du sitzt in einem Bus als Passagier und siehst den Markt an dir vorüberfahren. Hier hilft nur aussteigen mit einer Neuorientierung und einer anderen Zielgruppe … oder abwarten. Eine Spezialisierung hat eben doch auch Nachteile. Gilt bei uns auch. Trotzdem Vorsicht vor „Ich kann alles“. Der Kunde entscheidet immer noch, ob deine Dienstleistung perfekt gewesen ist. Je Zielgruppe und Service kann das sehr unterschiedlich und schwierig sein. Das gilt auch für uns: wenn es über Monate sehr gut läuft, ist Strategieberatung kaum gefragt. Aber es kommt wieder und wir haben insgesamt genug Arbeitsfelder aufgebaut.

7.

Kooperationen & Netzwerke haben mich in der Krise beflügelt
Nicht immer geht es um Geld und Ertrag. Wir haben sowohl auf Kundenseite wie auch intern unsere Netzwerke erst so richtig kennen und schätzen gelernt. Es stärkt ungemein, wenn ein offener Austausch möglich ist. Jeder kann den anderen mal aus seinem Tal holen. Neue Ideen können besser gemeinsam verprobt werden und unzählige Gedankenanstöße bringen dich in jedem Fall weiter!

8.

Wenn mir die Nerven durchgehen, verliere ich!
Ja, leider habe auch ich 3-4 mal (vielleicht auch öfter) echt rote Linien überschritten. Das tut mir leid und ich hoffe, das ich mich überall gut entschuldigt habe. Es zeigt aber auch etwas positives: Das einem die Sachen wirklich wichtig sind! Wenn du ruhig bleibst, dann ist die Leidenschaft weg und du solltest damit aufhören oder dramatisch etwas ändern damit es dir wieder wichtig ist.

9.

Ich muss zwischendurch mal raus!
Ausbrechen aus dem Hamsterrad ist wichtig, um mal aus einem anderen Winkel auf dich zu schauen. Halte deinen Kopf frei, mach Sport (bei mir laufen), ein intensives Hobby, der Hund oder die Familie. Es ist egal, aber mach zwischendurch WAS ANDERES. Und das bedeutet in meinem Fall nicht NICHTS TUN – da kommt der Kopf nicht zur Ruhe. Aber das mag bei jedem anders sein. Für meinen Teil werde ich auch wieder reisen und Menschen treffen, sobald es möglich ist. Ich brauche es als Inspiration und es ist Teil meines Lebens. Mein Leben, so wie ich es mir vorstelle!

10.

Ich brauche positive Menschen und Dingen um mich.
Meine Güte, was für Wochen und Monate mit News, Facebook und co. Eigentlich hat es mir fast nix gebracht. Was hilft es, die Fallzahlen dreimal am Tag zu sehen und jedem Chaoten noch Contra zu geben auf den verrücktesten Posts? NICHTS!
In 2021 werde ich noch viel stärker darauf achten, wen und was ich an mich ranlasse.

Es fällt mir schwer zu sagen, aber es gibt (doch einige) Momente, wo ich sogar dankbar bin für dieses Jahr. Krisen verdeutlichen alles. Was ist wichtig, was nicht. Und in ganz vielen Elementen hat es unfassbar beschleunigt! Das ist großartig, weil endlos Zeit hat niemand. Wenn ich mit 65 aufhören sollte (was ich nicht vorhabe) sind es noch 4745 … nicht so viel, oder? Also ran und Tempo machen mit den Sachen, die mir wichtig sind.

Was denkst du über 2020 und was hast du gelernt? Lass es mich wissen, damit wir gemeinsam besser und schneller unsere Ziele und Wünsche umsetzen können!

Noch einige Tipps für die Feiertage und drumherum:

Das aktuelle Buch von Förster & Kreuz: Vergeude keine Krise
Die haben auch einen tollen Newsletter, wenn du solche Themen magst

Wenn du gute Laune brauchst, nimm Youtube und schau Live-Auftritte von Konzerten etc. Ich bin bekanntermaßen Bruce Springsteen Fan, aber es gibt auch so viel mehr! Zum Besipiel: „Playing for change“

Was hörst du zur Inspiration oder Entspannung?

Aber was du vor allen Dingen machen solltest:
Dir Zeit nehmen, um das Jahr gebührend zu verabschieden und in Ruhe das Neue zu beginnen! Für dich, für uns, für alle…

beyond flora Rückblick 2020 in 60 Sekunden:

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